Die evangelisch-reformierte Kirche ist das
älteste Gebäude Uelsens und zugleich das Wahrzeichen des Ortes. Die
unteren Teile des jetzt 52 Meter hohen Turmes sind romanisch, das
Kirchenschiff und das Westportal sind gotisch. Die Anfänge des
christlichen Glaubens in Uelsen werden auf das 7. Jahrhundert datiert. Im
Jahre 690 kam Willibrord, der spätere Erzbischof von Utrecht in das Gebiet
der heutigen Niederlande um dort Mission zu treiben. Zu seinen Begleitern
gehörte ein Mönch namens Werenfrid, der als Gründer des Kirchspiels Uelsen
gilt. Der Einzugsbereich des Kirchspiels Uelsen soll in früher Zeit von
Emlichheim bis nach Nordhorn gereicht haben. Mit der Urkunde von 1131 wird
die Kirche dem St. Petri Kapitel in Utecht unterstellt. Im Jahre 1588
wurde in Uelsen das reformierte Bekenntnis eingeführt und der Altar, das
Kruzifix und die Bilder aus dem Kirchengebäude entfernt. Fortan sollte
allein die Verkündigung des Wortes Gottes den Gottesdienst bestimmen.
Am 17. Februar 1683 zerstörte ein Blitz den Kirchturm. Die Glocken schmolzen und stürzten durch das Gewölbe herab. Als Ersatz kaufte man in Amsterdam eine kleine, 127 Pfund schwere Glocke. Diese Glocke hängt heute im Glockenturm des neuen Rathauses. Kunsthistorisch interessant sind das Gestühl im Chor und die Kanzel mit den altniederländischen Inschriften, wie beispielsweise DIE TO DER DORE HENINGEIT DIE IS IEN HERDER DE SCHAPE (Wer durch diese Tür geht, der ist ein Hirte der Schafe). Bis in die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts hinein wurde niederländisch gepredigt, und erst 1917 begann man die geistlichen Lieder deutsch zu singen.
Kennzeichen des reformierten Gottesdienstes ist der Psalmengesang. Die Predigt gilt als der wichtigste Teil des Gottesdienstes. Die Kirchengemeinde ist geprägt durch die Betonung des Wortes Gottes und das Unterstreichen der Lehre (Konfirmation erst im Alter von 16/17 Jahren). Etwa 6500 Glieder gehören der ev.-reformierten Gemeinde Uelsen an.
Ev.-Reformierte Kirche Uelsen, Am Markt, 49843 Uelsen
Durch den Bau der Egger Kirche ist der enormen geographischen Ausdehnung des Uelser Kirchspiels Rechnung getragen worden. Idyllisch von hohen Eichen umgeben liegt die Egger Kirche immerhin 9 km von Uelsen und 3 km von Itterbeck entfernt. Die Kirche wurde 1903 eingeweiht und verfügt über 250 Sitzplätze. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1960. 1967 wurde ein Jugendheim mit Teeküche angebaut, das 1982 erweitert wurde. Es wird vielseitig genutzt. Im Winterhalbjahr findet dort wöchentlich der Konfirmandenunterricht für alle drei Jahrgänge statt. Die Betreuung der Kirche erfolgt durch die reformierte Kirchengemeinde Uelsen.